Aktuelle Ausgabe

Die Kontraste vom Titelbild dieser Ausgabe der Lesart fallen auf den ersten Blick ins Auge: Das Schwarzweiß des Fotos, der schlafende Mann und die vielen wachen Zeitungen und Zeitschriften voller Informationen, das beschworene »Life« und der gleichsam eingefrorene Moment. Das Foto vom Mann am Zeitungstand stammt von der Fotografin Vivian Maier, deren Biographie wiederum von Kontrasten bestimmt ist: ihr wacher, meist unbemerkter Blick, die Fülle der Fotos, die sie auf ihren Steifzügen durch die Stadt – als Kindermädchen – einfing, das große und gleichermaßen großartige Werk, das sich nun erst nach ihrem Tod erschließt – nicht zuletzt durch die wunderbaren Bildbände des Verlages Schirmer/Mosel. Das Buch »Vivian Maier. Meisterwerke der unbekannten Photographin« stellen wir in dieser Lesart vor. Der Blick der unauffällig arbeitenden Vivian Maier war klar und direkt, unmerklich offenbaren ihre Fotos eine Realität hinter dem Bild. Ein Blick, der vielen heute fehlt.

Kontraste bestimmen den Inhalt dieser Zeitschrift – und unseres Lebens. Während wir an der Ausgabe saßen und die Texte zu lauter wunderbaren Büchern zusammenstellten, erreichten uns die furchtbaren Bilder und Nachrichten aus Afghanistan. Hier die behagliche Welt der Buchempfehlungen, dort der Kampf ums Überleben in Diktatur und Bürgerkrieg. Natürlich spielen auch in dieser Ausgabe Texte über autoritäre Staaten, eine Rolle. Keith Gessen besucht ein scheinliberales Russland, Gert Loschütz erkundet ein Zugunglück mitten im NS-Regime, und gleich mehrere Titel befassen sich mit dem Aufstieg Chinas zur Supermacht – da ist noch am ehesten die Verbindung zu Afghanistan herzustellen, bedenkt man Chinas wirtschaftliches Interesse an dem Land am Hindukusch. Noch in der vergangenen Ausgabe der Lesart war in einem Text über die Bundeswehr die Rede davon, dass die Ortskräfte mit nach Europa reisen sollten. Die Realität ist darüber hinweg gerollt, weil sie vielfach falsch eingeschätzt oder nicht als solche wahrgenommen worden war.

Wir haben unseren Blick über den Buchmarkt schweifen lassen, für die aktuelle Lesart Kritiken zu Titeln zusammengestellt, die nicht nur bequem sind, sondern die Zustimmung und Widerspruch erwarten, die sich sperrig geben oder ihre Abgründe in einfachen Sätzen verstecken. Aktuelle Bücher von Angelika Klüssendorf und Sylvia Wage treffen auf Klassiker wie „Münchhausen“ von Immermann, die Erinnerung an Gustave Flaubert trifft auf Lyrik, Jugend- und Kinderbücher. Klar, da können einem bei der Lektüre die Augenlider schwer werden, so wie vielleicht dem Mann im Zeitungskiosk auf dem Bild von Vivian Maier. Aber nach dem Nickerchen (heute: Power Nap) geht es weiter: Augen auf und lesen, die Realität in der Fiktion wahrnehmen.

Matthias Schümann

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Die nächste »Lesart« erscheint im November 2021

Über uns

Die Lesart ist ein unabhängiges Journal für Literatur und erscheint seit 1994 quartalsweise in Deutschland. Der Vertrieb erfolgt an DirektabonnentInnen und an gegenwärtig ca. 350 Buchhandlungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Herausgeber

Die Lesart wurde von dem in Stralsund an der Ostsee gebürtigen Journalisten und Publizisten Dr. Karsten Schröder 1994 mit Freunden in Bonn als „anderes Literaturmagazin“ gegründet, seit Ende der 90er Jahre von ihm in Rangsdorf bei Berlin weitergeführt. 2019 hat Manfred Keiper (andere buchhandlung) die Lesart übernommen und fungiert als Herausgeber und Verleger. Die Lesart erscheint seitdem in Rostock – ebenso an der Ostsee.

Mitwirkende

Herausgeber: Manfred Keiper (V.i.S.d.P.)
Chefredaktion: Matthias Schümann
Redaktionsassistenz: Jacqueline Dubberke
Lektorat: Antonia Hingst
Gestaltung: Agentur Novación Grafikdesign, Rostock
Satz, Layout: Gundula Dinse, www.novacion.de
Druck/Vertrieb: TZ-Verlag & Print GmbH, Roßdorf, www.tz-verlag.de

Als RezensentInnen arbeiten über 20 BuchhändlerInnen, JournalistInnen; PublizistInnen und GeisteswissenschaftlerInnen an der Lesart mit.

Konzept & Inhalt

Die Lesart ist ein Journal für Literatur und erscheint vier Mal im Jahr als Printmagazin. Auf 80 Seiten und vier Umschlagseiten im DIN A4-Format werden jeweils ca. 60 – 70 aktuelle Bücher aus den Bereichen Literatur, Kinder- und Jugendbuch sowie Sachbuch, insbesondere aus den Bereichen Geschichte und Kulturgeschichte, Kunst, Musik und Theater, Biografien, sowie Politik und Populärwissenschaften.

Die Redaktion ist in der Auswahl der rezensierten Titel unabhängig. Die Auswahl erfolgt durch die Redaktion in Korrespondenz mit den RezensentInnen. Wir besprechen Bücher, die wir auch selbst lesen und ins Regal stellen möchten.

Die Lesart erscheint ausschließlich in deutscher Sprache.

Der Vertrieb erfolgt zum einen an DirektabonnentInnen, zum anderen über ca. 350 Buchhandlungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz, die die Lesart weiterverkaufen oder als Kundenmagazin einsetzen.

Die Lesart finanziert sich durch Anzeigen, Abonnementsgebühren und die Beiträge für die Marketingexemplare.

Mediadaten

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