Aktuelle Ausgabe

Was fehlt auf dem Titelbild? Das Original! Das Modell steht oberhalb des heutigen Bergama, ungefähr 100 Kilometer nördlich von Izmir. Das Original steht in Berlin und gibt einem ganzen Museum seinen Namen: Der Pergamon-Altar. Das wirft Fragen auf. Details und Hintergründe finden Sie in der Besprechung des Buches und des Bildatlas »Beute« (S. 60 ff), ein zweibändiges Werk, das wohl zu einem Grundlagenwerk der Rück- führungsdebatte wird.

Als wir diese Zeilen schreiben, erschüttern uns gerade die Nachrichten über die 215 Kinderleichen, die bei der kanadischen Kamloops Indian Residential School entdeckt worden sind. Das Thema hat Manuel Menrath in »Unter dem Nordlicht« (Lesart 4/2020) über die »First Nations« aufgegriffen. Indigene Völker berufen sich auf ihre Identität, mahnen die Verbrechen der Kolonialmächte und das daraus entstandene Unrecht an. Wir erleben eine zunehmende kulturelle Vielfalt. Eine Diversität, die unsere Gesellschaft reicher macht, indem sie Bruchlinien, Machtgefälle und gesellschaftliche Ungleichheiten aufzeigt. Dazu gehört auch die Erkenntnis, dass Bücher indigener AutorInnen etwa aus afrikanischen Ländern aus dem Englischen oder Französischen, selten aus der jeweiligen indigenen Sprache übersetzt werden. Da gibt es auch in Zukunft noch viel zu entdecken.

Da war es eben – das Binnen-I. Ja, wir sind eine Erklärung schuldig! Sprache ist Macht – wir wissen dies seit Victor Klemperers »LTI«, und wir wissen, dass der männliche Teil der Bevölkerung nicht überall die Mehrheit stellt, aber mächtiger ist. Die Sprachwissenschaftlerin Luise Pusch findet heute späte Befriedigung, hat sie doch bereits in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts Sprachgendern angemahnt. Und kurzerhand haben wir entschieden: Wir gendern. Wir haben uns gegen das Gender-* entschieden und nutzen stattdessen das große Binnen-I. Warum tun wir das? »Männer und Frauen sind gleich«, steht im Grundgesetz. Es braucht keine investigative Recherche, um festzustellen, dass dieser 1949 formulierte Satz noch nicht Wirklichkeit geworden ist. Sprache ist nicht nur mächtig, sie prägt auch das Bewusstsein. Das Gendern allein wird die Gesellschaft nicht verändern. Aber schon die breite Debatte, die über Sternchen, Doppelpunkte oder die kleine Pause beim Sprechen der gendergerechten Formen (Autor_innen) geführt wird, zeigt, dass kleine orthografische Veränderungen ein großes Umdenken befördern können.

Das Titelbild der Lesart 1/2021 zeigt eine Collage gestaltet aus Fotos von AutorInnen, deren Bücher wir im Heft vorgestellt haben. Für das Bild bekamen wir heftige Kritik. Schwarze Menschen sahen die Collage als problematisch an, empfanden sie beleidigend und taktlos. Wir bedauern sehr, dass wir die Gefühle von Menschen verletzt haben. Wir bitten dafür um Entschuldigung.

Was fehlt in dieser Lesart? Besprechungen zu Büchern von/über Joseph Beuys, Erich Fried. Dafür finden Sie Bücher aus Südosteuropa (Thema der Leipziger Buchmesse), Würdigung des Werkes von H.C. Artmann und Marcel Proust und ein Panorama deutschsprachiger und internationaler Literatur.

Manfred Keiper und Matthias Schümann

… weiterlesen

Die nächste »Lesart« erscheint im September 2021

Über uns

Die Lesart ist ein unabhängiges Journal für Literatur und erscheint seit 1994 quartalsweise in Deutschland. Der Vertrieb erfolgt an DirektabonnentInnen und an gegenwärtig ca. 350 Buchhandlungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Herausgeber

Die Lesart wurde 1994 von dem Journalisten und Publizisten Dr. Karsten Schröder mit Freunden in Bonn gegründet, seit Ende der 90er Jahre in Rangsdorf bei Berlin weitergeführt.
2019 hat der Buchhändler Manfred Keiper (andere buchhandlung) die Lesart übernommen und fungiert als Herausgeber und Verleger. Die Lesart erscheint seitdem in Rostock.

Mitwirkende

Herausgeber: Manfred Keiper (V.i.S.d.P.)
Chefredakteur: Matthias Schümann
Redaktionsassistenz: Nadine Herb
Lektorat: Antonia Hingst
Gestaltung: Agentur Novación Grafikdesign, Rostock
Satz, Layout: Gundula Dinse, www.novacion.de
Druck: Krüger Druck + Verlag, Merzig, www.kdv.de
Distribution: Wolanski GmbH, Bonn/Berlin

Als RezensentInnen arbeiten über 20 BuchhändlerInnen, JournalistInnen; PublizistInnen und GeisteswissenschaftlerInnen an der Lesart mit.

Konzept & Inhalt

Die Lesart ist ein Journal für Literatur und erscheint vier Mal im Jahr als Printmagazin. Auf 80 Seiten und vier Umschlagseiten im DIN A4-Format werden jeweils ca. 60 – 70 aktuelle Bücher aus den Bereichen Literatur, Kinder- und Jugendbuch sowie Sachbuch, insbesondere aus den Bereichen Geschichte und Kulturgeschichte, Kunst, Musik und Theater, Biografien, sowie Politik und Populärwissenschaften.

Die Redaktion ist in der Auswahl der rezensierten Titel unabhängig. Die Auswahl erfolgt durch die Redaktion in Korrespondenz mit den RezensentInnen. Wir besprechen Bücher, die wir uns auch selbst lesen möchten und ins Regal stellen wollen.

Die Lesart erscheint ausschließlich in deutscher Sprache.

Der Vertrieb erfolgt zum einen an DirektabonnentInnen, zum anderen über ca. 350 Buchhandlungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz, die die Lesart weiterverkaufen oder als Kundenmagazin einsetzen.

Die Lesart finanziert sich durch Anzeigen, Abonnementsgebühren und die Beiträge für die Marketingexemplare.

Mediadaten

Unsere aktuellen Mediadaten für 2021 finden Sie hier.

Abonnements

Entdecken Sie unsere Optionen für Abonnements als Privatperson/Bibliothek oder Buchhandlung. Gerne können Sie vergangene Ausgaben nachbestellen.

Direktabonnement

Sie möchten die Lesart regelmäßig erhalten oder jemanden beschenken oder uns mit einem Förderabonnement unterstützen?
Senden Sie eine Email an mail@lesart-literatur.de mit ihren Wünschen und den erforderlichen Kontaktangaben.

Direktabonnement Inland: 4 Hefte á 6,00 € zzgl. Versand

  • Für Sie selbst: Vor-/Nachname, Postanschrift und Email-Adresse für den Rechnungsversand
  • Geschenkabonnement: Neben Ihren Kontaktdaten benötigen wir Namen sowie Postanschrift der beschenkten Person
  • Förderabonnement: vier Hefte für 50,00 € inkl. Versand

Direktabonnement Ausland: 4 Hefte á 5,00 € im PDF-Mailversand

Elektronische Bestellformulare sind in Arbeit.

Buchhandel

Für Buchhandlungen und Institutionen bieten wir die Lesart als hochwertiges Kundenmagazin zu Marketingkonditionen an.
Ab 250 Exemplaren ist eine Individualisierung mit Logoaufdruck möglich.
Fordern Sie bei uns ein Angebot für Ihre Buchhandlung an: vertrieb@lesart-literatur.de

Nachbestellung / Einzelheft

Gerne können Sie ein Heft Ihrer Wahl bestellen. Schreiben Sie eine Email an vertrieb@lesart-literatur.de unter Angabe Ihrer Kontaktdaten und der betreffenden Heftnummer/n.
Einzelheft: 8,00 € zzgl. Versandkosten.

Archiv

Das Lesart-Archiv auf dieser Webseite enthält alle Ausgaben ab 2020. Wählen Sie ein Cover aus, dann können Sie das dazugehörige Inhaltsverzeichnis und Editorial einsehen.

mehr…