Aktuelle Ausgabe

Turbulent geht es in der Welt zu – Terror und Krieg, Gewalt, Klimawandel und Naturkatastrophen, Wahlen. Informationen überschwemmen uns wie Flutwellen. Wie soll der oder die Einzelne da noch durchblicken? Man muss durch das Gewirr von Informationen durchsteigen, sich Durchblick verschaffen, und für sich entscheiden, womit man durchstartet. Das ist nicht leicht in unserer schnelllebigen Zeit.

47 Frauen haben sich ein Ziel gesetzt: Martinique auf der anderen Seite des Atlantiks zu erreichen. Sie sind nicht geflogen, sie haben sich für Segeln entschieden. Seglerinnen und Nichtseglerinnen konnten dies nur zusammen schaffen. Sie haben den Mut gehabt, den Entschluss gefasst und etwas Wunderbares erlebt. Für uns LeserInnen ist daraus ein Buch entstanden, das wir nun vorstellen (S. 66). Eines der wunderbaren Fotos daraus hat es sogar auf unsere Titelseite geschafft.

Franz Kafka wollte in seinen Büchern den Rätseln der Welt auf den Grund gehen, Fragen also, die nie endgültig gelöst werden können. Das Gefühl, in seinen Büchern nicht die endgültige Perfektion erreicht zu haben, hat ihn dazu verleitet, seinen Freund Max Brod um die Vernichtung seiner Schriften zu bitten. Brod hat eine andere Entscheidung getroffen. Man kann fragen, war das Untreue? Oder Courage? Durch Max Brods Entscheidung verfügen wir heute über die großartigen Werke des Autors. Sie werfen Fragen auf, die hundert Jahre nach Kafkas Tod  aktueller denn je erscheinen. Seine Figuren suchen nach Antworten, ohne zu wissen, ob sie welche erhalten.

»Der Weg ist das Ziel«. Vielleicht lässt es sich mit diesem Motto besser leben in einer Zeit und Welt, in welcher der oder die Einzelne nie vollständig durchblicken kann. Und trotzdem sollen wir uns äußern oder müssen uns entscheiden. Bereits zu Kafkas Zeiten stellten sich diese Fragen, nur etwas anders, also wir sind nicht allein damit. Wir haben die Möglichkeit, aus der Geschichte zu lernen (ab S. 4).

Der Krieg im Gaza-Streifen ist ein solches Thema, so komplex, dass man zu einfacher Für- oder Gegensprache neigt, doch allein das kleine Buch von Moshe Zimmermann (S. 58/59) zeigt, der Kontext und/oder die Vorgeschichte kann man nicht ausblenden, wenn man in die Zukunft blicken will. Aber auch Zimmermann weiß, dass im Moment sein Lösungsvorschlag nicht realisierbar ist. Aber vielleicht morgen? Wohin müssen wir also jetzt die Geschichte vorantreiben? Eines bleibt: Gewalt ist immer zu verurteilen, beendet kein Unrecht, sondern treibt die Gewaltspirale an. Zimmermann schreibt uns ins Stammbuch: Wir sollten unsere Grundwerte im Auge behalten! Zimmermanns Buch »Niemals Frieden?« stand in der Endrunde um den »Deutschen Sachbuchpreis 2024«. Doch ob Preis oder nicht, wir wünschen diesem Buch viele Leserinnen und Leser, in der Hoffnung, dass die Diskussionen auch bei uns sachlicher werden.

Wir können es nicht verhehlen, die »Lesart« befindet sich in schwierigem Fahrwasser. Mancher mag es schön finden, dass die Buchbesprechungen von wenig Anzeigen flankiert sind, uns fehlt aber dadurch der (finanzielle) Atem, um durchzuhalten. Die Zahl der AbonnentInnen und der Buchhandlungen, die die »Lesart« mit vertreiben, wächst zwar, reicht aber nicht aus. Wir arbeiten weiter – vorerst!


Manfred Keiper und das »Lesart«-Team

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Die nächste »Lesart« erscheint im September 2024

Über uns

Die Lesart ist ein unabhängiges Journal für Literatur und erscheint seit 1994 quartalsweise in Deutschland. Der Vertrieb erfolgt an DirektabonnentInnen und an gegenwärtig ca. 350 Buchhandlungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Herausgeber

Die Lesart wurde von dem in Stralsund an der Ostsee gebürtigen Journalisten und Publizisten Dr. Karsten Schröder 1994 mit Freunden in Bonn als „anderes Literaturmagazin“ gegründet, seit Ende der 90er Jahre von ihm in Rangsdorf bei Berlin weitergeführt. 2019 hat Manfred Keiper (andere buchhandlung) die Lesart übernommen und fungiert als Herausgeber und Verleger. Die Lesart erscheint seitdem in Rostock – ebenso an der Ostsee.

Mitwirkende

Herausgeber: Manfred Keiper (V.i.S.d.P.)
Chefredakteur: Matthias Schümann
Redaktion: Jacqueline Dubberke, Manfred Keiper
Gestaltung: Agentur Novación Grafikdesign, Rostock
Satz, Layout: Gundula Dinse, www.novacion.de
Druck/Vertrieb: TZ-Verlag & Print GmbH, Roßdorf, www.tz-verlag.de

Als RezensentInnen arbeiten über 20 BuchhändlerInnen, JournalistInnen; PublizistInnen und GeisteswissenschaftlerInnen an der Lesart mit.

Konzept & Inhalt

Die Lesart ist ein Journal für Literatur und erscheint vier Mal im Jahr als Printmagazin. Auf 80 Seiten und vier Umschlagseiten im DIN A4-Format werden jeweils ca. 60 – 70 aktuelle Bücher aus den Bereichen Literatur, Kinder- und Jugendbuch sowie Sachbuch, insbesondere aus den Bereichen Geschichte und Kulturgeschichte, Kunst, Musik und Theater, Biografien, sowie Politik und Populärwissenschaften.

Die Redaktion ist in der Auswahl der rezensierten Titel unabhängig. Die Auswahl erfolgt durch die Redaktion in Korrespondenz mit den RezensentInnen. Wir besprechen Bücher, die wir auch selbst lesen und ins Regal stellen möchten.

Die Lesart erscheint ausschließlich in deutscher Sprache.

Der Vertrieb erfolgt zum einen an DirektabonnentInnen, zum anderen über ca. 350 Buchhandlungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz, die die Lesart weiterverkaufen oder als Kundenmagazin einsetzen.

Die Lesart finanziert sich durch Anzeigen, Abonnementsgebühren und die Beiträge für die Marketingexemplare.

Mediadaten

Hier finden Sie unsere allgemeinen Mediadaten für 2024.

Für den herstellenden und verbreitenden Buchhandel finden Sie die Mediadaten 2024 hier.

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