Aktuelle Ausgabe
Sich durchboxen, das könnte als Bildunterschrift unter unserem Titelbild stehen. Das Foto stammt von der Künstlerin Laetitia Ky, die auch selber mit ihren grandios inszenierten Haaren auf dem Bild zu sehen ist. Das Bild ist Teil der aktuellen Ausstellung »HAAR – MACHT – LUST« in der Kunsthalle München (zu sehen bis 4. Oktober). Den zur Ausstellung erschienenen wunderbaren Bildband stellen wir in dieser Ausgabe vor (siehe Seite 56).
Haar ist politisch, das stellt das Bild prägnant dar. Darüber hinaus zeigt es mit Witz und Schönheit, was für viele Menschen Alltag ist. In Sachen Gleichberechtigung und Teilhabe ist weitaus noch nicht alles erreicht.
»Die Würde des Menschen ist unantastbar«, heißt es im ersten Satz des bundesdeutschen Grundgesetzes. Im Frühjahr wurde der 77. Geburtstag der Verfassung gefeiert. Schwerpunkt lag auf dem Ehrenamt. Der Bundespräsident besuchte etliche Vereine und legte Hand an. Die Demokratie ist unter Druck, und die Zivilgesellschaft soll es richten. Aber welche Zivilgesellschaft ist gemeint? Auch die politisch aktive, die von ihrer Meinungsfreiheit Gebrauch macht und lautstark (Regierungs-)Parteien kritisiert? Gleichzeitig sägt die Regierung Demokratieförderprogramme ab. Zur Erinnerung der zweite Satz des Grundgesetzes gleich nach dem zur Würde des Menschen: »Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.«
Insofern ist es eine gute Idee, sich den Verfassungstext immer mal wieder zu vergegenwärtigen. Das kann jetzt richtig Spaß machen. Der Krefelder Gute Gesellschaft Verlag hat das Grundgesetz in wahrhaft schillernder Aufmachung (silber!) neu herausgebracht (und dafür gleich den Preis des Deutschen Design Clubs 2025 eingeheimst). Die Büchlein sind handlich und kompakt, der Gesetzestext ist gut lesbar gesetzt und illustriert mit Fotos, die sich ausklappen lassen. Große Wirkung auf wenig Raum. Schön für Bibliophile – das Dreier-Lesebändchen in Schwarz-Rot-Gold! Der Wunsch der Buch-MacherInnen: »Tragt unsere Verfassung ganz nah an euren Herzen«.
Auch wir plädieren dafür, Bücher nah am Herzen zu tragen. Wir stellen in dieser Lesart wieder etliche Titel vor, die diesen Platz beanspruchen könnten. Wir erinnern zum Beispiel an die große Autorin Ingeborg Bachmann, die am 25. Juni ihren 100. Geburtstag gefeiert hätte. Gleich mehrere Bücher über sie sind erschienen, wir stellen einige vor. Lohnenswert sind natürlich immer noch ihre Erzählungen, Romane, Gedichte.
Wir widmen uns einer interessanten Gesamtausgabe der Werke Joseph Roths, die nicht nur aus den Texten des Autors besteht, sondern auch aus kommentierenden Essays zum Beispiel von Daniel Kehlmann. Neben der Historie blicken wir aber auch auf Bücher ganz junger AutorInnen wie etwa dem von Betty Boras.
Es sind wieder prächtige Bücher mit dabei, etwa der Bildband von Benyamin Reich, Bücher, die zum Nachdenken und neuen Sehen unserer Gegenwart anregen und sich Themen wie Mothering – Fürsorge widmen. Bücher regen an, aktivieren, motivieren. Viel lesen kann auch gut für die Zivilgesellschaft sein.
Ihr LESART Team
… weiterlesenAuslieferung am: 18.06.2026
Die nächste LESART erscheint im September 2026
Über uns
Die Lesart ist ein unabhängiges Journal für Literatur und erscheint seit 1994 quartalsweise in Deutschland. Der Vertrieb erfolgt an DirektabonnentInnen und an gegenwärtig ca. 350 Buchhandlungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
- Herausgeber
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Die Lesart wurde von dem in Stralsund an der Ostsee gebürtigen Journalisten und Publizisten Dr. Karsten Schröder 1994 mit Freunden in Bonn als „anderes Literaturmagazin“ gegründet, seit Ende der 90er Jahre von ihm in Rangsdorf bei Berlin weitergeführt. 2019 hat Manfred Keiper (andere buchhandlung) die Lesart übernommen und fungiert als Herausgeber und Verleger. Die Lesart erscheint seitdem in Rostock – ebenso an der Ostsee.
- Mitwirkende
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Herausgeber: Manfred Keiper (V.i.S.d.P.)
Chefredakteur: Matthias Schümann
Redaktion: Jacqueline Dubberke, Manfred Keiper
Gestaltung: Agentur Novación Grafikdesign, Rostock
Satz, Layout: Gundula Dinse, www.novacion.de
Druck/Vertrieb: TZ-Verlag & Print GmbH, Roßdorf, www.tz-verlag.de
Als RezensentInnen arbeiten über 20 BuchhändlerInnen, JournalistInnen; PublizistInnen und GeisteswissenschaftlerInnen an der Lesart mit.
- Konzept & Inhalt
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Die Lesart ist ein Journal für Literatur und erscheint vier Mal im Jahr als Printmagazin. Auf 64 Seiten und vier Umschlagseiten im DIN A4-Format werden jeweils ca. 50 – 60 aktuelle Bücher aus den Bereichen Literatur, Kinder- und Jugendbuch sowie Sachbuch, insbesondere aus den Bereichen Geschichte und Kulturgeschichte, Kunst, Musik und Theater, Biografien, sowie Politik und Populärwissenschaften, besprochen.
Die Redaktion ist in der Auswahl der rezensierten Titel unabhängig. Die Auswahl erfolgt durch die Redaktion in Korrespondenz mit den RezensentInnen. Wir besprechen Bücher, die wir auch selbst lesen und ins Regal stellen möchten.
Die Lesart erscheint ausschließlich in deutscher Sprache.
Der Vertrieb erfolgt zum einen an DirektabonnentInnen, zum anderen über ca. 350 Buchhandlungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz, die die Lesart weiterverkaufen oder als Kundenmagazin einsetzen.
Die Lesart finanziert sich durch Anzeigen, Abonnementsgebühren und die Beiträge für die Marketingexemplare.
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Für den herstellenden und verbreitenden Buchhandel finden Sie die Mediadaten 2026 hier.
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