Aktuelle Ausgabe

Auf Sicht fahren – das ist so eine Redewendung, der sich gegenwärtig vor allem PolitikerInnen und Politiker bedienen. Sicht wohin, wo unser Blick heutzutage hauptsächlich nach unten auf den Bildschirm eines Smartphones ausgerichtet ist. Den Blick heben, den Himmel betrachten und die Lerche darin, das muss nicht unbedingt Eskapismus bedeuten, sondern Ruhe in den Kopf zu bekommen, Überblick, um Kraft zu schöpfen, sich den Problemen der Welt zu stellen – das sollte das Ziel sein.

Am 12. Dezember jährt sich zum 150. Mal der Geburtstag Heinrich Vogelers, ein Ausnahmekünstler, dessen Biografie die Widersprüchlichkeit der Moderne aufzeigt. Auf unserem Titelbild sehen Sie sein Selbstporträt, wie er den Blick in den Himmel hebt. Sein Weitblick hat ihn nicht vor Irrtümern bewahrt, aber mit Blick in die Zukunft, nach vorne, hat er immer wieder Chancen gesucht und ergriffen. Das mag uns heute schwer fallen, aber die Erde dreht sich weiter, wir müssen unsere Chancen erkennen und sie ergreifen.

Weihnachten und Jahreswechsel stehen vor der Tür, wir präsentieren Ihnen in dieser Ausgabe und in guter Tradition Bücher, die als Schmuckstücke gelten können, liebevoll ausgestattet, die einfach gut in der Hand liegen, deren Einband und Papier sich gut anfassen, Freude bereiten sollen. Und mancher Text wird Ihnen vielleicht ein Schmunzeln in dieser schwierigen Zeit bescheren, andere Ihnen Lösungen aufzeigen.

Wir freuen uns über den Nobelpreis für die französische Schriftstellerin Annie Ernaux, mit Serhij Zhadan über den »Friedenspreis des Deutschen Buchhandels« und mit Kim de l'Horizon über den Deutschen Buchpreis für sein »Blutbuch«. Auf der Frankfurter Buchmesse war Kim de l'Horizon präsent und hat bei der Preisverleihung einen Akzent der Solidarität gesetzt, um im »Netz« dann geschmäht, beleidigt und bedroht zu werden.

Überhaupt, die Frankfurter Buchmesse: Luftigere Gänge wieder mit mehr Menschen, zwischen denen auch wir uns herumgetrieben haben, die Gelegenheit zu Gesprächen mit AutorInnen, BuchhändlerInnen und VerlegerInnen genutzt haben. Beglückt sind wir über den Zuspruch für die Lesart. Das gibt Zuversicht, sich den anstehenden Problemen zu stellen, denn die ganze Buchbranche kämpft nicht nur mit exorbitanten steigenden Papierpreisen, Papiermangel ist das nächste Problem, denn es ist offenkundig profitabler, Kartonagen für die boomende Versandbranche statt schönes Druckpapier zu produzieren.

Trotz aller Probleme wagen wir den aufrechten Blick in die Weite, hoffen, dass die Welt befriedet werden kann, Aggressoren in Schranken gewiesen werden, dass der Kampf eher der Unwissenheit, Hunger, Elend und Armut gilt. Bildung und Wissen hat der US-amerikanische Nobelpreisträger Joseph Stiglitz zu einer entscheidenden Produktivkraft des 21. Jahrhunderts erkärt, und Bücher sind dabei unerläßlich. Lesen heißt nach vorne schauen. Wir hoffen auf Frieden, wünschen Ihnen gute Feiertage und eine glückliche Aussicht auf ein neues Jahr!

Matthias Schümann und Manfred Keiper

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Die nächste »Lesart« erscheint im März 2023

Über uns

Die Lesart ist ein unabhängiges Journal für Literatur und erscheint seit 1994 quartalsweise in Deutschland. Der Vertrieb erfolgt an DirektabonnentInnen und an gegenwärtig ca. 350 Buchhandlungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Herausgeber

Die Lesart wurde von dem in Stralsund an der Ostsee gebürtigen Journalisten und Publizisten Dr. Karsten Schröder 1994 mit Freunden in Bonn als „anderes Literaturmagazin“ gegründet, seit Ende der 90er Jahre von ihm in Rangsdorf bei Berlin weitergeführt. 2019 hat Manfred Keiper (andere buchhandlung) die Lesart übernommen und fungiert als Herausgeber und Verleger. Die Lesart erscheint seitdem in Rostock – ebenso an der Ostsee.

Mitwirkende

Herausgeber: Manfred Keiper (V.i.S.d.P.)
Chefredakteur: Matthias Schümann
Redaktion: Jacqueline Dubberke, Manfred Keiper
Gestaltung: Agentur Novación Grafikdesign, Rostock
Satz, Layout: Gundula Dinse, www.novacion.de
Druck/Vertrieb: TZ-Verlag & Print GmbH, Roßdorf, www.tz-verlag.de

Als RezensentInnen arbeiten über 20 BuchhändlerInnen, JournalistInnen; PublizistInnen und GeisteswissenschaftlerInnen an der Lesart mit.

Konzept & Inhalt

Die Lesart ist ein Journal für Literatur und erscheint vier Mal im Jahr als Printmagazin. Auf 80 Seiten und vier Umschlagseiten im DIN A4-Format werden jeweils ca. 60 – 70 aktuelle Bücher aus den Bereichen Literatur, Kinder- und Jugendbuch sowie Sachbuch, insbesondere aus den Bereichen Geschichte und Kulturgeschichte, Kunst, Musik und Theater, Biografien, sowie Politik und Populärwissenschaften.

Die Redaktion ist in der Auswahl der rezensierten Titel unabhängig. Die Auswahl erfolgt durch die Redaktion in Korrespondenz mit den RezensentInnen. Wir besprechen Bücher, die wir auch selbst lesen und ins Regal stellen möchten.

Die Lesart erscheint ausschließlich in deutscher Sprache.

Der Vertrieb erfolgt zum einen an DirektabonnentInnen, zum anderen über ca. 350 Buchhandlungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz, die die Lesart weiterverkaufen oder als Kundenmagazin einsetzen.

Die Lesart finanziert sich durch Anzeigen, Abonnementsgebühren und die Beiträge für die Marketingexemplare.

Mediadaten

Unsere aktuellen Mediadaten für 2023 finden Sie hier.

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Einzelheft: 8,00 € zzgl. Versandkosten.

Archiv

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